Gesundheit

Die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Jugendlichen fördern

Jugendliche sind in der Regel gesünder als andere Altersgruppen. Sie sind jedoch besonderen Risiken ausgesetzt, die ihnen nicht nur für ihre unmittelbare Zukunft, sondern für den Rest des Lebens schaden können: HIV/Aids, Frühschwangerschaften und das fehlende Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität betreffen junge Menschen im südlichen Afrika besonders stark.
Mädchen mit blauen Schuluniformen schauen konzentriert an der Kamera vorbei.
Schülerinnen erhalten Sexualuntericht um sich vor HIV und ungewollten Schwangerschaften schützen zu können. Ein Schulklassenbesuch im Bubi Distrikt, Zimbabwe.
Jedes Jahr infizieren sich schätzungsweise eine Million junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren mit dem HI-Virus. Weltweit machen dabei junge Frauen mehr als 60 Prozent aller Jugendlichen mit HIV aus, in Afrika südlich der Sahara liegt die entsprechende Zahl bei 72 Prozent. Zudem ist geschlechter-basierte Gewalt eine allzu häufige Realität für viele Jugendliche: Laut jüngsten Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO erleben weltweit rund 30 Prozent der 15- bis 19-jährigen Mädchen Gewalt durch ihren intimen Partner.
 
Fehlende oder mangelhafte sexuelle Aufklärung
Gewalt gegen Frauen und Mädchen erhöht das Risiko von Frühschwangerschaft, HIV-Infektionen und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten. In vielen Ländern sind Jugendliche zudem mangelhaft oder gar nicht aufgeklärt, haben beschränkt Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung und wenig Möglichkeiten zu wachsen und sich zu entwickeln, bevor sie Erwachsenenrollen übernehmen müssen. Geschlechternormen verlangen vielerorts, dass Mädchen in ihren frühen oder mittleren Teenagerjahren heiraten und Kinder gebären – ein Alter, in dem sie weder körperlich noch psychisch dazu bereit sind.

Zwei Frauen blancieren einen Tennisball mit einem Stück Karton in der Hand. Sie werfen sich mit dem Karton den Tennisball gegenseitig zu.
Für einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität
terre des hommes schweiz macht sich zusammen mit lokalen Partnerorganisationen in Tansania, Südafrika und Zimbabwe für Jugendliche, deren Gesundheit und sexuellen Rechte stark. Das Konzept der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte wurde 1994 von den Regierungen an der UN International Conference on Population and Development in Kairo (United Nations Population Fund) erstmals verabschiedet. In Bezug auf die Jugendlichen fordert es, dass "die Bildungs- und Dienstleistungsbedürfnisse von Jugendlichen erfüllt werden, damit sie positiv und auf verantwortungsvolle Weise mit ihrer Sexualität umgehen können“.
 
Für eine jugendgerechte medizinische Versorgung
In Abstimmung mit diesem Konzept schafft terre des hommes schweiz Zugang zu umfassender und jugendfreundlicher medizinischer Versorgung (Verhütung, Information, Beratung), unterstützt Prävention und Behandlung von sexuell übertragbaren Krankheiten, im Speziellen HIV und Frühschwangerschaften, sowie die Stärkung von Jugendlichen in ihrem Recht, ihre Sexualität frei von Gewalt, Diskriminierung und Zwang leben zu können.
 
Mehr zur Gesundheit
Das Dossier zum Arbeitsschwerpunkt Gesundheit beinhaltet noch Unterseiten, die genauer auf Themen wie "Mit HIV/Aids umgehen und Infizierungen vorbeugen", "Gegen frühzeitige Schwangerschaft und für die Rechte von jungen Müttern" oder "Gegen Geschlechterungleichheit und sexuelle häusliche Gewalt" eingehen. Ein Inhaltsverzeichniss finden Sie in der rechten Spalte.

Inhaltsverzeichnis Gesundheit

Die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Jugendlichen fördern (Übersicht)
Jugendliche sind besonderen Risiken ausgesetzt: HIV/Aids, Frühschwangerschaften und das fehlende Recht auf eine selbstbestimmte Sexualität betreffen junge Menschen im südlichen Afrika besonders stark.

Mit HIV/Aids umgehen und Infizierungen vorbeugen
Nach wie vor ist HIV/Aids im südlichen Afrika besonders verbreitet. Alleine in Tansania leben rund 240 000 Kinder mit dem HI-Virus. 1,5 Millionen Kinder im Alter von 0 bis17 Jahren sind Aids-Waisen.

Gegen frühzeitige Schwangerschaft und für die Rechte von jungen Müttern
Eine drastische Konsequenz von fehlendem Wissen und Information über Sex und Sexualität sind Frühschwangerschaften. Die meisten schwangeren Mädchen brechen ihre Schulbildung ab, da sich Mutterschaft und Ausbildung kaum vereinen lassen oder sie an den Schulen stark diskriminiert werden.

Gegen Geschlechterungleichheit und sexuelle häusliche Gewalt
Die Thematik rund um Sex, Sexualität und Weiblichkeit bzw. Männlichkeit ist in den Ländern im südlichen Afrika stark von Tabus, Mythen, religiösen Glauben sowie kulturellen und traditionellen Praktiken geprägt. So werden Geschlechterungleichheit und sexuelle und häusliche Gewalt oft als normal angesehen und nicht hinterfragt.

Grünes Logo - Schrift, eine eckige Herzmonitor-Kurve und ein weisses Herz

Agenda 2030 Entwicklungsziel 3.7

Dieser Teil der Projektarbeit bezieht sich unter anderem auf das Erfüllen des nachhaltigen Entwicklungsziels 3.7 der Agenda 2030 (UNO).

Der Inhalt des Ziels:
"Bis 2030 den allgemeinen Zugang zu sexual- und reproduktionsmedizinischer Versorgung, einschliesslich Familienplanung, Information und Aufklärung, und die Einbeziehung der reproduktiven Gesundheit in nationale Strategien und Programme gewährleisten."

Roter Hintergrund, die Zeichen für die Geschlechter zusammen in einem und dem Wort Gender Equality.

Agenda 2030 Entwicklungsziele 5.3 und 5.6

Dieser Teil der Projektarbeit bezieht sich unter anderem auf das Erfüllen der nachhaltigen Entwicklungsziele 5.3 und 5.6 der Agenda 2030 (UNO).

Der Inhalt des Ziels:
"Alle Formen von Gewalt gegen alle Frauen und Mädchen im öffentlichen und im privaten Bereich einschliesslich des Menschenhandels und sexueller und anderer Formen der Ausbeutung beseitigen."

Fachstelle PSS Irene Busch

Irene Bush

Fachstelle für Gesundheit

061 338 91 42

irene.bush(at)terredeshommes.ch