Konzernverantwortungsinitiative

Schweizer Konzerne und Menschenrechte

Konzerne mit Sitz in der Schweiz stehen immer wieder negativ in den Schlagzeilen: In ihren internationalen Tätigkeiten verletzen sie allzu häufig Menschenrechte und Umweltstandards. Eine grosse Koalition von Schweizer Organisationen hat deshalb die Konzernverantwortungsinitiative lanciert.
Bild einer Elektronik-Fertigungsstrasse in China. Frauen mit Gummihandschuen, Gesichtsmasken und Papierhauben.
Das giftige Benzol wird in der Produktion von Mobiltelefonen und anderen IT-Geräten benutzt - mit fatalen Folgen. Allein in China sind bis heute rund 100 000 Menschen an den Folgen einer Benzolvergiftung gestorben.
Firmen, allen voran multinationale Unternehmen, profitieren von der Globalisierung. Gewinnmaximierung ist ihnen jedoch oftmals wichtiger als die Wahrnehmung von Verantwortung. Seit Jahrzehnten gibt es unzählige Fälle, in denen Unternehmen Menschenrechte verletzen und die Umwelt zerstören. Auch Schweizer Firmen sind immer wieder involviert. Katastrophale Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken in Asien und Osteuropa, missbräuchliche Kinderarbeit bei der Kakaoproduktion in Westafrika, Verschuldung in Moçambique oder Einsatz von für Menschen giftigen Pestiziden in Brasilien sind nur ein paar Beispiele dafür.

Breite Koalition von Organisationen, Verbänden und Unternehmen
Ein Zusammenschluss von Schweizer Organisationen hat deshalb die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Sie wurde 2016 eingereicht und wird inzwischen von 105 Organisationen und Verbänden sowie von verschiedenen Unternehmen und Persönlichkeiten unterstützt. Die Initiative fordert verbindliche Massnahmen für Schweizer Unternehmen, damit Umweltvergehen und Menschenrechtsverletzungen verhindert werden. Diese Regeln gelten auch für Tochterunternehmen im Ausland.

Das Bild von einem Hochhaus mit dem Logo der Konzernverantwortungsinitiative
Internationale Standards
In vielen Ländern macht es die Rechtsgebung für Menschen, die von diesen Vergehen betroffen sind, schwierig, Firmen zur Verantwortung zu ziehen. In erster Linie ist es jedoch wichtig, solche Vergehen zu verhindern. International wurde darauf bereits reagiert. Die UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte ("Ruggie principles") sehen vor, staatliche und wirtschaftliche Akteure in die Pflicht zu nehmen und verbindliche Regeln aufzustellen. Die Staaten sind nun angehalten, diese Prinzipien umzusetzen.

Freiwillig reicht nicht
Die Schweiz setzt jedoch weiter lieber auf Freiwilligkeit. Dass dies nicht reicht, zeigt sich immer wieder. Während es vorbildliche Schweizer Unternehmen gibt, für die es eine Selbstverständlichkeit ist, Menschenrechte und Umwelt zu respektieren, kümmern sich andere nicht darum. Die Konzernverantwortungsinitiative fordert deshalb, dass Firmen den Schutz von Menschenrechten und der Umwelt verbindlich in sämtliche Geschäftsabläufe einbauen. Diese sogenannte Sorgfaltsprüfungspflicht gilt auch für die Auslandstätigkeiten von Schweizer Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis

Schweizer Konzerne und Menschenrechte
Konzerne mit Sitz in der Schweiz drücken sich häufig um ihre Verantwortung. Die freiwillige Selbstverpflichtung funktioniert nicht.

Die Sorgfaltsprüfungspflicht
Die Konzerverantwortungsinitiative wirkt präventiv gegen die Verletzungen von Menschenrechten mit drei einfachen Schritten