Jugendliche in der Entwicklungszusammenarbeit

Im Fokus: Jugendliche als Schlüssel für Entwicklung

Noch nie gab es so viele Jugendliche auf der Welt. Heute ist ein Viertel der Weltbevölkerung, 1,8 Milliarden Menschen, zwischen 10 und 24 Jahre alt. Knapp 90 Prozent von ihnen leben in Entwicklungsländern. terre des hommes schweiz stellt marginalisierte Jugendliche in den Mittelpunkt ihrer Arbeit, denn ihre Förderung ist von entscheidender Bedeutung für die heutigen globalen Herausforderungen.
Gruppenfoto mit Jugendlichen. Teilweise in blauen T-Shirts.
Jugendliche sind ein wunderbarer Motor für Entwicklung. Ihr Wille zur Veränderung ist gross.
In den 48 am wenigsten entwickelten Ländern sind Kinder und Jugendliche die Mehrheit. Das ist ein grosses Potential für diese Länder. Es wird allerdings nur dann zu einer Entwicklungschance, wenn die jungen Menschen Ausbildung, Entscheidungsfreiheit und Zugang zu Gesundheit haben. Um ihr Potenzial nutzen zu können, müssen die richtigen Weichen gestellt werden. Denn Jugendliche sind gerade in unseren Programmländern grossen Gefahren ausgesetzt. Sie sind von besonderen Gesundheitsrisiken betroffen, die sie nicht nur in unmittelbarer Zukunft, sondern auch für den Rest ihres Lebens beeinträchtigen können.

Verschiedenen Gefahren ausgesetzt
Gerade im Bereich sexuelle und reproduktive Gesundheit und den Rechten von heranwachsenden Mädchen besteht in vielen Ländern grosser Handlungsbedarf (s. rechte Spalte). Ebenso sind Jugendliche besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. In allen unseren Programmländern ist die hohe Jugendarbeitslosigkeit eine grosse Herausforderung.

Jugendliche Power als Motor für Entwicklung
terre des hommes schweiz setzt darauf, Jugendliche in ihren Fähigkeiten zu stärken, damit sie ihr Potential als Akteure des Wandels entfalten können. Ein roter Faden durch die Projekte ist, dass sich Jugendliche in lokalen oder nationalen politischen Prozessen Gehör verschaffen. Sie werden darin unterstützt, sich selbst aktiv für ihre Rechte einzusetzen. Durch gezielte Unterstützung entwickeln Jugendinitiativen und -organisationen häufig eine beeindruckende Eigendynamik. Die Projekterfahrung zeigt: Nachhaltiges Engagement entsteht dann, wenn Jugendliche selbst definieren können, was für sie die dringlichsten Probleme sind und eigene Lösungsvorschläge entwickeln können.

Gegen Diskriminierung und Ausgrenzung
Um die Stellung von Jugendlichen zu stärken, unterstützt terre des hommes schweiz Projekte, die das schlechte Bild von Jugendlichen in der Gesellschaft verändern. Jugendliche aus benachteiligten Gemeinschaften werden oft als gewalttätig abgestempelt. Dadurch verstärkt sich der Teufelskreis der Gewalt. Die Spirale der sozialen Ausgrenzung wird durchbrochen, wenn Jugendliche in Jugendgruppen Identität und Zugehörigkeit erfahren. Wenn Jugendliche gemeinsam aktiv werden, können sie viel verändern.

Sexuelle und reproduktive Gesundheit

Schwangere Mädchen oder junge Mütter werden in unseren Programmländern Tansania, Mosambik, Südafrika und El Salvador systematisch vom Bildungssystem ausgeschlossen. Von den geschätzten 22 Millionen unsicheren Abtreibungen jährlich, betreffen 15 Prozent junge Teenager im Alter von 15 bis 19 Jahren und 26 Prozent junge Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren. In unseren Programmländern sind gerade junge Menschen am meisten gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Weltweit sind nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation 30 Prozent der heranwachsenden Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren von Gewalt durch ihren Partner betroffen.

Alle unsere Positionen

Sinnvolle Entwicklungszusammenarbeit
Unter welchen Bedingungen ist Entwicklungszusammenarbeit sinnvoll?

Jugendliche in der Entwicklungszusammenarbeit
Wieso stehen Jugendliche, im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen, im Zentrum unserer Arbeit?

Migration
Migration bringt Menschen oft in Gefahr - insbesondere Kinder und Jugendliche. terre des hommes schweiz setzt sich für den Schutz junger Migrantinnen und Migranten ein.

Kinderrechte
Kinder und Jugendliche bedürfen besonderen Schutzes. Darauf hat sich fast die ganze Welt im Jahr 1989 geeinigt. Dieser Schutz wird aber längst nicht konsequent gewährt.

Konzerne und Menschenrechte
Multinationale Unternehmen sind zu zentralen Akteuren im globalen Machtgefüge geworden. Verantwortungsloses Geschäftsgebaren macht die Errungenschaften der Zivilgesellschaft zunichte.